Diesen und weiteren Fragen gingen zwei Lerngruppen (5a + 5b) anlässlich des Anne-Frank-Tages auf einem Spaziergang quer durch die Stadt nach. An der ersten Station erfuhren sie, dass das Warenhaus Knopf in diesem Jahr sein 138jähriges Bestehen feiern würde, dass es weitere Warenhäuser dieser Familie in vielen badischen Städten bis hin ins benachbarte Ausland (z.B. die Schweiz) gab und was mit dem Begriff der Arisierung gemeint ist.

 

Die Synagoge als Ort des Gebetes der jüdischen Bevölkerung stand an der zweiten Station im Mittelpunkt. Hier bekam die Gruppe Bilder der ehemaligen Synagoge vor und nach deren Zerstörung zu sehen. Hier lernten sie etwas über das Grundrecht eines jeden Menschen bzgl. der Religionsfreiheit. Hier wurde klar, dass sich die Menschen an solchen Orten immer wieder an die Ereignisse der damaligen Zeit erinnern und aufmerksam sein sollten, was heute in der Welt geschieht.

Mit Hilfe der verlegten Stolpersteine erfahren die Karlsruher Bürger*innen, in welchen Häusern jüdische Menschen gelebt haben. Über diese Steine hinaus steckt hinter jedem Namen eine Geschichte und ein Schicksal. Oft stand am Ende dieser Geschichten und Schicksale die Deportation nach Gurs. Die Stele vor dem Karlsruher Hauptbahnhof macht dies in unterschiedlichen Bildern und Texten deutlich. Neben Hunger, Kälte und dem Mangel an medizinischer Versorgung, die die Menschen erleiden mussten, war das dortige Lager nur eine Zwischenstation auf dem Weg in andere Konzentrationslager wie z.B. Auschwitz: "Das historische Geschehen zwingt zur Aufmerksamkeit gegenüber Antisemitismus und heutigen Diskriminierungen von Menschengruppen." Mit vielen neuen Erfahrungen und interessanten Details kehrte die Gruppe am Ende des Spaziergangs in die Schule zurück.

 

Bernhard Späth