Die bekannte Karlsruher Pianistin Chisako Okano gab zugunsten des neuen Klaviers ein Benefizkonzert mit Werken von Erik Satie, Alexander Skrjabin und Modest Mussorgsky. Nach der tänzerisch-leichten Gymnopedie und der Gnossienne, einem zu Zeiten Saties neuartigen Typus von Komposition, standen drei Werke des russischen Komponisten Alexander Skrjabin auf dem Programm. Innerhalb dieser ruhigen, melodisch sehr eingängigen Werke stach besonders das Prélude für die linke Hand (op.9 Nr.1) heraus. Welche Möglichkeiten in den 88 weißen und schwarzen Tasten stecken, bewies Chisako Okano bei den „Bilder einer Ausstellung“. Vom wild umherhüpfenden „Gnomus“, tobenden Kindern („Tuileries“) und dem wilden Hexenritt der „Baba-Jaga“  über das federleichte „Ballett der unausgeschlüpften Küken“, dem dröhnenden Bass das „Samuel“ Goldenberg und dem an das Spiel einer mittelalterlichen Drehleier erinnernde Satz „Das alte Schloss“ bis hin zum sakral wirkenden „Heldentor“ und der immer wiederkehrenden (leicht veränderten) „Promenade“ – es war ein wahres Feuerwerk an Tönen. Lang anhaltender Applaus und die eher wieder ruhige Zugabe der Künstlerin beendeten diesen besonderen Abend. Neben dem Versprechen Chisako Okanos, wieder zu kommen, freute sich die Anne-Frank-Schule über knapp 900,- Euro, die das Benefizkonzert eingebracht hatten.

Bernhard Späth